Änderungen bei Sachbezugskarten ab 2020

Publiziert am 12.01.2020

Wichtige Änderung zur Abgrenzung von Bar- und Sachlohn. Gut versteckt, im "Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften" gelten für Gutscheinkarten ab 2020 neue, strengere Regeln.

Sachbezüge, die der Arbeitgeber an seine Arbeitnehmer in geringem Umfang gewährt, sind lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Die Höchstgrenze beträgt monatlich Euro 44.
In der Vergangenheit wurden vielfach aufladbare Geld- / oder Kreditkarten mit einem monatlichen Aufladebetrag in Höhe der Sachbezugsgrenze an Arbeitnehmer ausgegeben.
Diese Möglichkeit wird mit Wirkung ab 01. Januar 2020 eingeschränkt und § 8 EStG wie folgt neu gefasst:

"Zu den Einnahmen in Geld gehören auch zweckgebundene Geldleistungen, nachträgliche Kostenerstattungen, Geldsurrogate und andere Vorteile, die auf einen Geldbetrag lauten. Satz 2 gilt nicht bei Gutscheinen und Geldkarten, die ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigen und die Kriterien des § 2 Absatz 1 Nummer 10 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes erfüllen.“

Das bedeutet, dass sogenannte Open-Loop-Geldkarten nicht länger als Sachbezug gelten.

Die Sachbezugseigenschaft von durch den Arbeitgeber gewährten Leistungen- insbesondere Geldkarten und Gutscheinen - sollte mit Blick auf die Gesetzesänderung sogfältig überprüft werden. Für eine erste Einordnung, ob die Kritereien des ZAG (Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz) erfüllt sind und insoweit ein Sachbezugvorliegt, bietet sich das Merkblatt zum ZAG der BaFin an. Ferner ist zu beachten, dass die Leistung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden muss.

Die angekündigte Klarstellung der Finanzverwaltung liegt leider noch nicht vor.

Zur Aktuelles-Übersicht

Nach oben