Befristete Senkung des Umsatzsteuersatzes für die Gastronomie

Publiziert am 14.06.2020

Am 28. Mai 2020 hat der Deutsche Bundestag eine Umsatzsteuersatzermäßigung für die Abgabe von Speisen (Restaurationsumsätze) befristet für ein Jahr, beschlossen.

Am 12. Juni hat nun das Bundeskabinett noch die allgemeine Senkung der Umsatzsteuersätze für das 2. Halbjahr 2020 beschlossen. Der reguläre Steuersatz sinkt von 19% auf 16%, der ermäßigte Steuersatz von 7% auf 5%.

Für sog. Restaurationsumsätze, hier speziell für die Abgabe von Speisen, die an Ort und Stelle, also in Restaurants, aber auch etwa in unternehmenseigenen und durch einen Unternehmer (Arbeitgeber) selbst betriebenen Kantinen ausgegeben und verzehrt werden, soll befristet auf ein Jahr der ermäßigte Umsatzsteuersatz, also in der Zeit vom 01 Juli 2020 bis 31. Dezember 2020 5% und in der Zeit vom 1. Januar 2021 bis 30. Juni 2021 7%, Anwendung finden.


HINWEISE FÜR DIE PRAXIS
Anwendbar ist die Regelung für alle Unternehmer, die die begünstigten Leistungen erbringen, wie beispielsweise Gaststätten und Gastronomiebetriebe, Cateringunternehmen, Bäckereien, Metzgereien, Kantinen und Mensabetriebe der öffentlichen Hand oder von gemeinnützigen Einrichtungen.

Ausgenommen von der Steuersatz-Ermäßigung bleibt die Abgabe von alkoholischen/alkoholfreien Getränken. Begünstigt ist nur der Anteil der Speisen an der Restaurationsdienstleistung, nicht aber der Anteil der Getränke. Ein Gesamtpreis (z.B. bei einem „Sparmenü“) ist daher entsprechend aufzuteilen, in einen Anteil für die begünstigten Speisen (5 Prozent im 2.H, 2020 bzw. 7 Prozent im ersten Halbjahr 2021) und einen Anteil für Getränke (16 Prozent, bzw.19 Prozent).

Sicher eine Hilfe für die durch Corona arg gebeutelte Gastronomie, aber auch verbunden mit einem relativ hohen administrativen Aufwand, denn Kassen, Rechnungsschreibungs- und Buchführungsprogramme müssen nun drei mal innerhalb eines Jahres umgestellt werden.

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