Einsatz ausländischer Arbeitskräfte

Publiziert am 23.04.2019

Der Einsatz ausländischer („Inbounder”) wird zunehmend Alltag auch deutscher mittelständischen und kleiner Unternehmen. Ob eine lokale Einstellung eines ausländischen Mitarbeiters, ein Einsatz in Deutschland im Rahmen einer Mitarbeiter¬entsendung oder eine Tätigkeit in Deutschland bei einer Dienstreise – alle Konstellationen ziehen steuerliche Konsequenzen nach sich.


Einsatz ausländischer Arbeitskräfte
Der Einsatz ausländischer („Inbounder”) wird zunehmend Alltag auch deutscher mittelständischen und kleiner Unternehmen. Ob eine lokale Einstellung eines ausländischen Mitarbeiters, ein Einsatz in Deutschland im Rahmen einer Mitarbeiter¬entsendung oder eine Tätigkeit in Deutschland bei einer Dienstreise – alle Konstellationen ziehen steuerliche Konsequenzen nach sich.


Steuerpflicht prüfen

Um die steuer¬lichen Folgen des Einsatzes für den Arbeitgeber und den Mitarbeiter abzuschätzen, muss zunächst die Steuer¬pflicht nach nationalen deutschen Regelungen geprüft werden. Begründet der Mitarbeiter einen Wohnsitz oder einen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland, wird er unbeschränkt einkommen¬steuer¬pflichtig in Deutschland – d.h., mit seinen weltweiten Einkünften.

Als Wohnsitz ist nicht zwingend eine eigene Wohnung erforderlich, auch ein Zimmer in einem Hotel oder einer Pension kann bei dauerhafter Anmietung als Wohnsitz gelten.

Neben dem Wohnsitz kann auch ein gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland zu einer Steuer¬pflicht führen. Dazu kommt es, wenn der Mitarbeiter sich in einem zusammen-hängenden Zeitraum von mehr als sechs Monaten in Deutschland aufhält. Auch hier gibt es viele Fallstricke.
Die Tätigkeit des Mitarbeiters ohne einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt führt zur sogenanneten beschränkten Steuerpflicht. Dabei sind Einkünfte aus deutschen Quellen in Deutschland steuerpflichtig, wie beispielsweise der Arbeitslohn für die in Deutschland ausgeübte Tätigkeit.

Ist die Steuerpflicht nach nationalen deutschen Regelungen gegeben, muss im nächsten Schritt geprüft werden, ob die betroffenen Einkünfte nach einem Doppel-besteuerungs¬abkommen von der Besteuerung befreit werden können.

Bei Einkünften aus nicht¬selbst¬ständiger Arbeit ist grundsätzlich das Tätigkeits¬landprinzip entscheidend. Danach hat Deutschland das Besteuerungsrecht, wenn die Tätigkeit im Inland ausgeübt wurde. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es jedoch Ausnahmen von diesem Prinzip. Dazu gehört die sog. „183-Tage-Regel”. Danach darf Deutschland die Einkünfte trotz einer Tätigkeit im Land nicht besteuern, wenn der Mitarbeiter im Sinne des Abkommens in einem anderen Land ansässig ist, in Deutschland weniger als 183 Tage verbringt und sein Gehalt nicht von einem wirtschaftlichen Arbeitgeber oder einer Betriebsstätte getragen wird.

Aber Achtung: Daneben müssen alle anderen Voraus¬setzungen erfüllt sein. Der Lebensmittel¬punkt des Mitarbeiters darf beispielsweise nicht in Deutschland liegen und der Mitarbeiter darf nicht im wirtschaftlichen Interesse eines deutschen Arbeitgebers tätig werden.

Arbeitgeber¬verpflichtungen: Lohnsteuerabzug und Anträge
Kommt es zu einer Steuerpflicht in Deutschland, besteht Handlungsbedarf für den Arbeitgeber. Für den betroffenen Mitarbeiter muss eine Gehaltsabrechnung in Deutschland erfolgen.

Ist der Mitarbeiter unbeschränkt steuerpflichtig in Deutschland, unterliegt sein Arbeitslohn grundsätzlich in voller Höhe dem Lohnsteuerabzug.
Ist der Mitarbeiter lediglich beschränkt steuerpflichtig und hat Deutschland das Besteuerungsrecht, erfolgt ein Lohn¬steuerabzug nur für die Einkünfte für deutsche Arbeitstage. Der Lohnsteuerabzug muss dabei grundsätzlich nach der Steuerklasse VI erfolgen. Die günstigere Steuerklasse I wird nur auf Antrag gewährt. Der Antrag ist jedes Jahr neu zu stellen.

Neben steuerlichen Gesichtspunkten sind auch aufenthalts- und sozial¬versicherungs-rechtliche Voraussetzungen beachten.

Das Team von Florentz und Partner unterstützt Sie bei allen Fragen in diesem Zusammenhang

Zur Aktuelles-Übersicht

Nach oben