Neue Besteuerung von Investmentfonds - Vorabpauschale ab 2019

Publiziert am 24.02.2019

Seit 1.1.2018 gilt das neue Investmentsteuergesetz. Zum Jahreswechsel 2019 wurde erstmalig eine wesentliche Neuerung aus dem Investmentsteuerreformgesetz umgesetzt, die Abgeltungsteuer auf die sogenannte Vorabpauschale.

Was ist die Vorabpauschale?
Ab 2019 müssen Anleger von Investmentfonds eine Vorabpauschale zahlen, wenn der Fonds aus steuerlicher Sicht keine oder keine ausreichend hohe Ausschüttung im Vorjahr vornimmt. Grundsätzlich sind alle in- und ausländischen Investmentfonds von der Vorabpauschale betroffen, vorwiegend jedoch Inhaber thesaurierender Fonds. Die Vorabpauschale bzw. die auf die Vorabpauschale zu entrichtende Abgeltungsteuer ist keine zusätzliche Steuer, sondern eine Vorauszahlung auf künftige Kapitalerträge. Der Abschlag wird bei einem späteren Verkauf der Anteile berücksichtigt.

Wie hoch ist die Vorabpauschale?
Die Höhe der Vorabpauschale orientiert sich an einer risikolosen Marktverzinsung, das heißt, an dem Betrag, den ein Anleger am Markt für eine risikofreie Geldanlage erhalten würde. Für das Jahr 2018 wird zur Berechnung der Vorabpauschale gemäß BMF-Schreiben vom 9.1.2019 ein Zinssatz von 0,52 % gemessen am Wert des Anteils am Jahresanfang angesetzt.
Beispiel:
Wert des Fonds am Jahresanfang Euro 1.000
Vorabpauschale Euro 5,20
Abgeltungssteuer darauf Euro 1,30 zuzügl. Soli und Kirchensteuer.
Voraussetzung ist, dass der Wert des Investmentanteils bis zum Jahresende mindestens um die Vorabpauschale gestiegen ist. Bei einem Wertverlust des Fonds fällt keine Vorabpauschale an.
Berücksichtigt werden auch die tatsächlichen Ausschüttungen des Fonds. Deshalb kann die endgültige Höhe der Abgabe erst auf Basis der Jahresenddaten der Fondsgesellschaft für den betreffenden Fonds ermittelt werden.
Die Abgeltungsteuer auf die Vorabpauschale ziehen deutsche Depotbanken direkt vom Verrechnungskonto des Fondsanlegers ein und führen diese an die Finanzverwaltung ab. Der Abzug erfolgt immer zum Jahresanfang für das jeweilige Vorjahr. Da zu Jahresanfang der jeweilige Sparer-Pauschbetrag im Regelfall nicht bereits ausgeschöpft ist, kommt es in vielen Fällen zu keiner tatsächlichen Steuerzahlung.

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