Vermietungseinkünfte über Airbnb steuerpflichtig? Selbstanzeige?

Publiziert am 04.06.2018

Das Bundeszentralamt für Steuern stellt ein Auskunftsersuchen über deutsche Airbnb-Vermieter an die irischen Finanzbehörden. Ist eine Selbstanzeige sinnvoll/noch möglich?

Über die Online-Plattform Airbnb können registrierte Gastgeber relativ einfach und oft auch lukrativ private Unterkünfte online gegen Entgelt zur kurzfristigen Vermietung anbieten.

Auch wenn das nicht bei allen Gastgebern präsent ist, so hat dieses home-sharing-Modell doch auch eine steuerliche Komponente. Die Sorge der deutschen Finanzverwaltung ist groß, dass die über Airbnb erzielten Vermietungseinkünfte steuerlich nicht erklärt werden.

Daher hat auf Initiative des Hamburger Finanzsenats das Bundeszentralamt für Steuern eine Gruppenanfrage an die irische Steuerbehörde gestellt, um die personenbezogenen Daten von in Deutschland steuerpflichtigen Wohnungsanbietern bei Airbnb zu erhalten.

Ertragssteuerlich handelt es sich bei den Einnahmen aus der kurzfristigen Wohnungsvermietung um steuerpflichtige Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, wenn eine Absicht zur Erzielung von Überschüssen besteht. Das gilt auch dann, wenn nur ein Teil der Wohnung, oder einzelne Räume vermiete werden und wenn es sich nur um eine Untervermietung handelt.
Falls die jährlichen Mieteinnahmen aus der vorübergehenden Vermietung von privatem Wohnraum Euro 520,00 im Sinne einer Bagatellgrenze nicht übersteigen, kann aus Vereinfachungsgründen auf eine Besteuerung verzichtet werden.
Andererseits kann es sich unter Umständen, je nach dem Gesamtumfang der Vermietungstätigkeit, auch um eine gewerbliche und damit gewerbesteuerpflichtige Tätigkeit handeln.
In umsatzsteuerlicher Hinsicht kann die kurzfristige Vermietung von Wohnräumen umsatzsteuerpflichtig sein.

Eine steuerliche Würdigung ist in jedem Fall individuell vorzunehmen.

Soweit diese Würdigung ergibt, dass es sich um steuerpflichtige Einnahmen handelt, sind diese entsprechend zu erklären. Ein Unterlassen der Erklärung kann eine Steuerhinterziehung darstellen.
Falls diese Erklärung in der Vergangenheit versäumt wurde, kann (und sollte) dies nachgeholt werden.

Die Regelungen der strafbefreienden Selbstanzeige (§ 371 AO) sind auch hier grundsätzlich anzuwenden.

Gerne unterstützen wir Sie in allen Fragen hierzu. Sprechen Sie uns an.

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